CSR PRO – „Verantwortung durch nachhaltige Prozesse gestalten“

Ausgangslage

Die Europäische Kommission beschreibt CSR (Corporate Social Responsibility) als ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren. Mit dem Programm "Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand" richtet sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die sich systematisch mit dem Thema Verantwortung in den vordefinierten Handlungsfeldern Arbeitsplatz, Umwelt, Markt und Gemeinwesen auseinandersetzen wollen.

Die RKW Berlin GmbH startete im Januar 2012 gemeinsam mit ihren Teilprojektpartnern (artop GmbH, DBZ) das Projekt CSR PRO – Unternehmerische Verantwortung durch nachhaltige Prozesse gestalten. Die Besonderheit des Projekts begründet sich durch die Teilnahme von 40 Unternehmen aus den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Komplexität und Heterogenität des Teilnehmerkreises wird durch den branchenübergreifenden Ansatz zusätzlich verstärkt. Auch hinsichtlich der Vorkenntnisse und Erwartungen existieren große Unterschiede zwischen den Unternehmen. Im Projekt sind sowohl „Leuchttürme“ als auch „Neulinge“ vertreten. Eins haben aber alle Unternehmen gleich: Sie wollen nachhaltig ihre ganz individuellen Strukturen und Prozesse verbessern, um langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit am Markt zu garantieren.

Ziele

Durch das Projekt "CSR PRO" wird eine strategische und zielgerichtete Erschließung der Handlungsfelder "Arbeitsplatz", "Markt", "Umwelt" und "Gemeinwesen" für KMU ermöglicht, die eine systematische und unternehmensspezifische Implementierung im Managementhandeln und Unternehmensleitbild sichern. CSR PRO verfolgt einen strategisch-konsistenten Ansatz. Das bedeutet, dass die teilnehmenden Unternehmen das Ziel verfolgen einen gleichermaßen hohen gesellschaftlichen und unternehmerischen Mehrwert zu generieren. Damit grenzt sich das Projekt von vorwiegend philanthropischen, also auf wohltätige Zwecke ausgerichteten Ansätzen als auch von kosmetischen Ansätzen, die die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung nur vortäuschen, entscheidend ab.

Das Projekt ermöglicht den teilnehmenden Unternehmen, einen individuell gewählten CSR-Ansatz zu verfolgen. CSR umfasst ein großes Spektrum an möglichen Aktivitäten und Themenfelder. Nachfolgend sind Ansatzpunkte für die vier Handlungsfelder „Arbeitsplatz“, „Markt“, „Umwelt“ und „Gemeinwesen“ beispielhaft aufgelistet:

Arbeitsplatz: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Antidiskriminierung und Chancengleichheit, Diversity, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Aus- und Weiterbildungsangebote, Mitarbeiterbindung

Umwelt: Klimaschutz, Emissionsvermeidung, Einsatz erneuerbarer Energien, Reduzierung des Materialverbrauchs, Recycling, Einführung von Umweltstandards und Umweltmanagementsysteme

Gemeinwesen: ehrenamtliches Engagement, Spenden und Sponsoringaktivitäten, Stiftungen, Kooperation mit Non-Profit Organisationen

Markt: faire und transparente Preisgestaltung, hohe Produktqualität und Produktsicherheit, umfassende Produktinformation, Verbraucherschutz, faire Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und Zulieferern

Hier gilt es im Dialog die Relevanz für das Kerngeschäft der einzelnen Unternehmen zu bewerten. Insbesondere die stark begrenzten Kapazitäten (Personal, Zeit) von kleinen und mittleren Unternehmen erfordern eine Priorisierung bei der Projektzielsetzung. Primär sollten solche Themen  gewählt werden die sowohl einen hohen unternehmerischen als auch gesellschaftlichen Mehrwert versprechen. In einem Zielklärungsgespräch werden gemeinsam mit der Geschäftsführung mögliche Zielstellungen diskutiert und für das Projekt konkretisiert. Das Gespräch ist einer von mehreren Bausteinen im Projekt, die mehr oder weniger eng miteinander verzahnt sind.

Bestandteile:

CSR PRO Zielklärung

Mit dem "CSR PRO Zielklärungsgespräch" werden die Unternehmen für die CSR Thematik sensibilisiert und bereits gelebte CSR Ansätze aufgezeigt. Gemeinsam mit der Geschäftsführung werden konkrete Ziele erarbeitet, denen im Laufe des Projekts nachgegangen werden soll und die damit die Basis für den darauf aufbauenden Analyse-Workshop darstellen.

CSR PROzessanalyse

Im Analyse- und Maßnahmen-Workshop werden ausgehend und in Abhängigkeit von der unternehmensspezifischen Zielstellung zusammen mit Mitarbeiter(inne)n, Führungskräften und der Geschäftsführung Wirkungsbeziehungen in den Organisationen transparent gemacht und diskutiert. Nach einer Bewertung des Status quo und der Potenziale, werden die größten Stellhebel für das Unternehmen identifiziert und daraus handhabbare Maßnahmen abgeleitet und verbindlich vereinbart.

CSR PROmotor(inn)en Ausbildung

Die CSR PROmotor(inn)en-Ausbildung wird von der artop GmbH konzipiert und durchgeführt. Ziel der Ausbildung ist es, einer unternehmensinternen Person Kenntnisse zu den Anwendungsbereichen von CSR (Arbeitsplatz, Markt, Umwelt, und Gemeinwesen) zu vermitteln sowie Fähigkeiten und Kompetenzen für die neue Rolle als Promotor(in) auszubauen. Hierzu zählt insbesondere die Stärkung von Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Moderation sowie Projekt- und Changemanagement. Am Ende der Ausbildung werden die Promotor(inn)en in der Lage sein, die Geschäftsführung bei der Initiierung, Entwicklung, Planung und Durchführung von CSR-Aktivitäten zu unterstützen.

Begleitende Umsetzung durch Beratungs-/Coachingleistungen

Für die Umsetzung der in den Workshops vereinbarten Maßnahmen werden nur vom RKW Berlin berufene und gebriefte Berater(innen) eingesetzt. Die Berater(innen) knüpfen an den gewonnen Ergebnissen an und werden die Unternehmen bei der Umsetzung begleitend und steuernd unterstützen. Um ein breites Spektrum an möglichen Maßnahmen in den Handlungsfeldern abdecken zu können, wurden Berater(innen) mit unterschiedlichen Beratungsschwerpunkten ausgewählt.

Thematische Erfahrungsaustausche

Mit den insgesamt fünf thematischen Workshops wird ein CSR Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Unternehmen ermöglicht. Hier werden Impulse für neue Handlungsoptionen gegeben. Mit den Workshops wird eine an den realen Bedürfnissen der Unternehmen ausgerichtete Programmgestaltung sichergestellt. Unterstützend und begleitend werden Best Practice Beispiele der teilnehmenden Unternehmen vorgestellt und diskutiert.

Social PROday

Der Projektbaustein „Social PROday“ wird als Perspektivenwechsel in den Führungsebenen der teilnehmenden Unternehmen integriert. Durch die Teilnahme der Mitarbeiter(innen) aus der Führungsebene wird die soziale Verantwortung sensibilisierend im Managementhandeln verankert und erlebbar im Unternehmen gestaltet. Da hier prinzipiell eine Vielzahl von Maßnahmen in Frage kommt, werden langfristige Kooperationen angestrebt, die sowohl das Interesse des Gemeinwesens als auch die Präferenzen der Unternehmen berücksichtigen.